Hasselwerderstr. 22 A

Künstler: Mosaizistas von Halle und Schock GbR
Das großflächige Mosaik-Projekt soll die Stirnseite (65 m²) der „Alten Kita“, Hasselwerderstr. 22A, 12439 Berlin am neu geschaffenen Uferweg an der Spree farbiger, lebendiger und menschenfreundlicher gestalten – auch auf der anderen Seite der Spree, in Oberschöneweide, wird es sichtbar sein. Weit über das Entstehungsjahr hinaus wird dieses Mosaik noch in vielen Jahren davon künden, was Schöneweider Bürger*innen gemeinsam mit Künstler*innen aus Johannesburg und Berlin im September 2024 an diesem Ort geschaffen haben. 

  • Konzipiert wurde dieses Mosaikprojekt von uns, den „Mosaizistas“ Werkstatt für Mosaik-Kunst“, der südafrikanisch / deutschen Malerin und Aktions-Künstlerin Liz Crossley und dem Künstlerkollektiv des Spaza Art Trust sowie unseren Kooperationspartnern vor Ort – dem Jazzkeller 69 e.V., dem HausKollektiv 22 und dem Jugendschiff „ReMiLi“, der Technischen Jugendfreizeit- und Bildungsgesellschaft (tjfbg) gGmbH.„Glaubt nicht, ihr hättet Millionen Feinde. Euer einziger Feind heißt – Krieg.“Erich KästnerSo wie ein Mosaik aus vielen kleinen einzigartigen Steinchen zusammengesetzt ist, um ein großes Ganzes zu ergeben, ist jeder einzelne Mensch besonders; gemeinsam ergibt sich durch unsere Verschiedenartigkeit, eine symbiotische Gesamtkomposition.In einer Zeit, in der durch die wachsende Digitalisierung auch Lebensweltblasen zunehmen und polarisieren, möchten wir durch analoges, kreatives Miteinander, eine lebendige Möglichkeit der Begegnung und des Austausches schaffen. Wir wollen eine Vision der friedlichen Koexistenz und Kooperation unter Würdigung von Heterogenität und Vielfalt verbildlichen.Unser gemeinsamer Ansatz ist:Im Rahmen des offenen Themas Menschenrechte als Norm, reflektiert in einer jeweiligen gesellschaftlichen Realität, entstehen Lernprozesse über bi-kulturelle Kommunikation nicht alleine für uns anleitende Künstler*innen sondern auch für jene Mitwirkende aus dem lokalen Umfeld, die sich Form und Inhalten gegenüber öffnen und an ihnen mitbestimmend wirken.Sowohl durch den Prozess der gemeinsamen Bildentwicklung und deren Umsetzung, als auch durch die bildnerische Darstellung, wird dieses Projekt ein Zeichen gegen gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit setzen und verdeutlichen, dass jeder Mensch gleichwertig ist und jede Stimme ein kreativer Beitrag zur Diversität und aktiven Lebensweltgestaltung sein kann.Durch die konkrete Einbeziehung der Bürger*innen in die Gestaltung des öffentlichenRaumes wird deren Identifikation und Verantwortungsübernahme für den Ort angeregt.Das Künstlerkollektiv aus Johannesburg und wir aus Schöneweide beherrschen die gleichen kreativen Ausdrucksformen und Techniken: Das Mosaik.

Wir – Paulina von Halle und Franziska Schock – sind ausgebildete Mosaizistinnen an der „Scuola Mosaicisti del Friuli“ in Norditalien, Spilimbergo.Seit 2022 sind wir als „Mosaizistas-Werkstatt für MosaikKunst“ in der „Alten Kita“, Hasselwerderstr. 22A, 12439 Berlin tätig. In diesem Zeitraum haben wir bereits mehrere partizipative Mosaikprojekte im öffentlichen Raum mit aktiver Bürger*innenbeteiligung realisiert –„Der Fliegende Teppich“ [2022], „Café Schöneweile“ und Alte Kita; „Wildwuchs mit Marie“ und „Tanz der Elemente“, Alte Kita [2022 -2023].Hierbei knüpften wir unter anderem an unsere Erfahrung, die wir bei unserer Mitarbeit „Peace Wall – Mosaik-Friedenswand“ [2013] mit „Cosmomusivo“ in der Großen Hamburger Straße 25, 10115 Berlin gesammelt haben, an.Die wesentliche Herangehensweise beider Künstlerkollektive in ihrer Arbeit bei solchen Projekten ist es, dass diese Werke nicht aus sich allein oder durch Vorgaben, sondern im regen Austausch mit den unterschiedlichen Menschen(gruppen) aus dem jeweiligen konkreten Umfeld – die keine / oder wenig vorherige Affinität zu kreativer Gestaltung sowie zu den technischen Möglichkeiten zur Herstellung von Mosaiken haben – heraus entstehen.Unsere Sicht- und Umsetzungsweise und somit auch unsere Werke unterscheiden sich insofern, als dass sie aus einem unterschiedlich sozi-kulturellen Kontext heraus entstehen.Im Rahmen des Austauschprojektes zwischen Johannesburg und Berlin entsteht also nicht nur eine lokal-regionale Kommunikation, sondern dieser Prozess wird durch die besuchenden Künstler*innen mit anderen sozio-kulturellen Bezugspunkten konfrontiert, die den Findungs- und Entstehungsprozess und damit auch das spätere Werk spezifisch prägen.Dieser kreative Vorgang mit den Teilnehmenden beim Konzipieren und Erstellen eines gemeinsamen Mosaiks ist immer wieder ein erneuter Lernprozess von gleichberechtigten Dialogformen, Strukturen und Prozessen.Im Ergebnis führt es zu einer gewachsenen Identifikation der Beteiligten mit dem gemeinsamen Werk, aber auch mit der Situation in der es gesetzt ist.
Lassen Sie uns gemeinsam ein Zeichen im öffentlichen Raum von Schöneweide – einer ehemaligen Hochburg der extremen Rechten in Berlin – für Demokratie, Toleranz, Vielfalt und Bürgerschaftliche Partizipation schaffen. 

Mit freundliche Grüßen Paulina von Halle und Franziska Schock – Mosaizistas